Schnellbusse der Westfälischen Verkehrsgesellschaft mbH (WVG)

Ein Schnellbus an einer Haltestelle
Quelle: RVM

Wie werden die Schnellbusse eingesetzt?

Die Schnellbusse der Westfälischen Verkehrsgesellschaft (WVG) werden in sieben Landkreisen in Nordrhein-Westfalen eingesetzt. Das ländlich geprägte Verkehrsgebiet im Münsterland beinhaltet die Kreise Borken, Coesfeld, Soest, Steinfurt, Unna und Warendorf sowie den Hochsauerlandkreis. Im Bedienungsgebiet leben 2,1 Millionen Menschen auf 9.480 km². Hieraus ergibt sich eine Bevölkerungsdichte von 222 Menschen je km². Insgesamt verkehren 26 Schnellbuslinien. Die Schnellbusse bedienen wichtige Verknüpfungspunkte sowie eine ausgewählte Anzahl von Haltestellen entlang der jeweiligen Strecke mit hoher Fahrgastnachfrage. Dabei verkehren die Busse ohne Umwege und mit bis zu 100 km/h auf Landstraßen und Autobahnen. 

Auch hinsichtlich der Ausstattung unterscheiden sich die Schnellbusse vom klassischen Linienverkehr der WVG. Die Schnellbusse sind beispielsweise mit einer hochwertigen Bestuhlung, kostenlosem WLAN oder einem kostenlosen Zeitungsangebot ausgestattet. Der Schnellbus fährt nach einem festen Fahrplan. Damit die Fahrgäste auf der Fahrplananzeige den Schnellbus von anderen Bussen unterscheiden können, sind die Liniennummern mit einem vorangestellten „S“ gekennzeichnet. Für die Nutzung des Schnellbus-Angebots fallen keine zusätzlichen Kosten an. In den Schnellbussen der WVG gelten alle Fahrkarten des WestfalenTarifes.

Welche Ziele werden mit dem Schnellbus-Angebot verfolgt?

Die Schnellbuslinien wurden eingeführt, um Städte und Gemeinden in der Region entlang nachfragestarker Relationen ohne direkte Schienenanbindung schnell zu verbinden. Die Schnellbusse sollen die Reisezeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln verringern und somit eine konkurrenzfähige Alternative zum eigenen Pkw schaffen, insbesondere für Pendelnde. Durch die Bündelung der Wege von Pendelnden sollen auch die Emissionen und das Verkehrsaufkommen in der Region reduziert werden.

Nach Angaben der WVG geht die Einführung von Schnellbussen mit einem stetigen Fahrgastzuwachs und einer Steigerung der Kundenzufriedenheit einher.

Wie erfolgte die konkrete Umsetzung?

Das Schnellbus-Angebot wurde von der WVG entwickelt. Dazu wurde zunächst eine Nachfrage- und Erreichbarkeitsanalyse durchgeführt, um Lücken im übergeordneten Hauptnetz in den schienenfernen Räumen aufzudecken und somit potenzielle Strecken für den Schnellbus zu identifizieren. Mit dem Schnellbus-Angebot sollten vor allem Lücken im SPNV-Netz geschlossen werden.

Außerdem musste ein Finanzierungskonzept erarbeitet werden, da umfangreiche Investitionen zu tätigen waren. Bei den Schnellbussen handelt es sich um Reisebusse und nicht um Busse, die üblicherweise im öffentlichen Personennahverkehr eingesetzt werden und deutlich günstiger in der Anschaffung sind. Die Betriebskosten für den Schnellbus unterscheiden sich hingegen kaum von denen im herkömmlichen ÖPNV-Betrieb.

Im Nahverkehrsplan des Kreises Borken wird darauf hingewiesen, dass die Zielsetzung des Schnellbusliniennetzes häufig konterkariert wird, da auch kleinere an der Linie liegende Orte in den Streckenverlauf eingebunden werden. Damit gehen Geschwindigkeitseinbußen einher. Des Weiteren wurde mit dem Schnellbus ein Mobilitätsangebot mit umfangreichen Serviceleistungen geschaffen. Die erhöhten Aufwendungen und Kosten können jedoch nicht durch zusätzliche Einnahmen gedeckt werden.

1990:

Inbetriebnahme des Schnellbus-Angebots

2020:

26 Schnellbuslinien im Bedienungsgebiet 

Christ, Eberhard; Linnenbrink, Werner, 2008: Vielfalt schafft mehr Mobilität - Innovative ÖPNV-Angebote im ländlichen Raum. Münster.
Westfälische Verkehrsgesellschaft mbH: SchnellBus, Zugriff: http://www.mobilinfo-online.de/, Verkehrsangebote, Busangebote, Schnellbus [abgerufen am 09.06.2020].
Christ, Eberhard; Linnenbrink, Werner, 2005: Vom Bürgerbus bis zum Schnellbus - Ein Angebot für alle Fälle. Münster.

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