Projekt Hub Chain

Was ist das Projekt Hub Chain?

Das Projekt Hub Chain (Laufzeit: Januar 2018 bis Dezember 2020) verfolgt das Ziel, durch die digitale und räumliche Verknüpfung von On-Demand- und Taktverkehren im ÖPNV die Mobilität in ländlichen und suburbanen Räumen zu verbessern. Insbesondere die Anbindung an die nahegelegenen Zentren soll gestärkt werden. Dabei soll in weniger verdichteten Räumen eine linien- und fahrplanunabhängige multimodale Flächenversorgung mit einer Anschlussgarantie an den getakteten ÖPNV angeboten werden. Die Forschungsgebiete befinden sich in der Region Osnabrück und dem ländlichen Elde-Quellgebiet.

Wie funktioniert das Projekt Hub Chain?

Flexible Zubringer- und Abholshuttle mit garantiertem Umstieg ohne Wartezeit werden an den ÖPNV-Linienverkehr angebunden. Die Verknüpfung der On-Demand- und Taktverkehre erfolgt digital über die Hub Chain App und räumlich über Knotenpunkte (Hubs). Die eingesetzten On-Demand-Fahrzeuge kommunizieren mittels Mobilitätsplattform bzw. Hintergrundsystem miteinander, um zu jedem Zeitpunkt an allen Hubs eine ausreichende Anzahl an Fahrzeugen bereitzustellen.

Dabei wird in der Erprobungsphase „Hubi“, der autonom fahrende Kleinbus mit Elektroantrieb, in der Stadt Osnabrück und in der Gemeinde Bad Essen (Landkreis Osnabrück) eingesetzt. Insbesondere in der Stadt Osnabrück dient das autonome On-Demand-Angebot im suburbanen Raum als Zu- bzw. Abbringer zum Stadtbus-System. Zwischen Ende 2019 und März 2020 erfolgte die „Hubi"-Testphase als Zubringer zum regulären Buslinienverkehr am InnovationsCentrum Osnabrück (ICO) im öffentlichen Straßenraum auf einem 1,0 km langen Rundkurs. Von September bis Ende Oktober 2020 verkehrt „Hubi“ innerhalb der Gemeinde Bad Essen (Landkreis Osnabrück) auf einem 2,3 km langen Rundkurs durch das Ortszentrum. Dabei erfolgt ebenso eine Anbindung an den dort verkehrenden Regionalbus.  

Neben dem Testgebiet in Osnabrück wird im Elde-Quellgebiet ein weiteres On-Demand-Angebot, der ELLI-Bus über die Hub Chain-App mit dem ÖPNV-Linienverkehr verknüpft. Dabei fahren Nachbarschaftsshuttle mit ehrenamtlichen Fahrern als On-Demand Zubringer zu den Haltestellen, aber auch innerhalb der Fläche von Dorf zu Dorf. Zielgruppen sind die alten und älteren Menschen, aber immer mehr auch Kinder und Jugendliche, die zum Sport oder zum Nachmittagsunterricht in die nächste Stadt wollen.

In Osnabrück wird die bestehende Mobilitäts-App („VOSpilot“) als Grundlage für die Integration der On-Demand-Dienste genutzt. Im Elde-Quellgebiet erfolgt zunächst die Integration der Nachbarschaftsshuttle-Flotten als Zu- bzw. Abbringer zu den Buslinien des lokalen Verkehrsunternehmens Mecklenburg-Vorpommersche-Verkehrsgesellschaft mbH (MVVG) über ein elektronisches Fahrgast-Informationssystem.

Das Projekt Hub Chain umfasst auch die Erfassung und Analyse der Nutzerbedarfe und der Informationsbedürfnisse in Bezug auf innovative Mobilitätsangebote für einen individuellen öffentlichen Verkehr (IÖV) in suburbanen und ländlichen Räumen. Im Fokus steht hierbei die zeitliche und räumliche Flexibilität des Mobilitätsverhaltens bestimmter Nutzergruppen. Darüber hinaus befasst sich das Projekt auch mit der erforderlichen Weiterentwicklung des geltenden Rechts- und Vorschriftenrahmen zum Betrieb von autonomen Fahrzeugen.

Das Hub Chain-Projektkonsortium umfasst die folgenden Partner:

  • Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V., Institut für Verkehrssystemtechnik (DLR)
  • Dornier Consulting International GmbH (Dornier)
  • HaCon Ingenieurgesellschaft mbh (HaCon)
  • Institut für Klimaschutz, Energie und Mobilität e.V. (IKEM)
  • Kompetenzzentrum ländliche Mobilität, Institut in der Forschungs-GmbH Wismar (KOMOB)
  • Stadtwerke Osnabrück AG

Im Mai 2020 wurde das Projekt Hub Chain als vorbildlicher Impulsgeber für den Innovationsstandort Deutschland mit dem Innovationspreis Reallabore des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) ausgezeichnet. Das Projekt wird durch das BMWi gefördert.

Es gibt keinen gemeingültigen, rechtlich klar definierten Genehmigungsprozess für den Einsatz autonomer Shuttle im öffentlichen Straßenverkehr. Dies führt zu langen Abstimmungsprozessen mit den beteiligten Institutionen und Behörden.

Die technische Entwicklung autonomer Fahrzeuge ist schnelllebig, aber wenig vorhersehbar. Mit Ungewissheiten über die Verfügbarkeit von Softwareständen und Programmierschnittstellen (API) muss im Projektverlauf flexibel umgegangen werden und alternative Lösungswege gefunden werden. Es bestehen darüber hinaus hohe Anforderungskriterien an die Teststrecken für autonome Fahrzeuge. Dies führt dazu, dass gewisse Nutzungsszenarien, insbesondere im ländlichen Raum, nur mit „nicht autonomen“ On-Demand-Verkehren realisiert werden können.   

Förderprojekt Hub Chain - Impression von der Testfahrt auf dem Stadtwerke Gelände: https://www.youtube.com/watch?v=ik3Oiu_BIF8
Förderprojekt Hub Chain - Das autonome Fahrzeug "Hubi": https://www.youtube.com/watch?v=skNHXfLz-2E
Januar 2018:

Start des Förderprojekts

Juni bis November 2019:

Testbetrieb des autonomen Shuttles "Hubi" auf dem Betriebsgeländer der Stadtwerke Osnabrück

Dezember 2019:

Betriebsstart am Wissenschaftspark Osnabrück

Februar 2020:

Einführung der Hub Chain App zur Buchung von Fahrten

März 2020:

Beendigung des Testbetriebs in Osnabrück aufgrund der Corona-Pandemie

Mai 2020:

Gewinn des Innovationspreises Reallabore des Bundeswirtschaftsministeriums

September 2020:

Start des autonomen Testbetriebs in Bad Essen (Landkreis Osnabrück)

Oktober 2020:

Beendigung des Hubi-Testbetriebs in Bad Essen

Stadtwerke Osnabrück AG, 05.06.2020.: Hub Chain. Zugriff: https://www.hubchain.de/.