KONUS-Gästekarte

Was ist die KONUS-Gästekarte?

KONUS steht für die Kostenlose Nutzung des ÖPNV für Schwarzwald-Urlauber. Bei der Anmeldung im Beherbergungsbetrieb erhalten die Gäste die KONUS-Karte für die Dauer ihres Aufenthalts inkl. Abreisetag. Mit dieser Gästekarte können alle Busse und Bahnen aller neun Verkehrsverbünde und DB-Regio in der 11000 km² Ferienregion kostenlos in der 2. Klasse genutzt werden, inklusive Freizeit- und Wanderbuslinien. Ausgenommen sind ICE, IC und EC sowie Bergbahnen. Die Gästekarte gilt ausschließlich zur Personenbeförderung. Eine kostenlose Mitnahme von Tieren und Fahrrädern ist nicht möglich. Mittlerweile sind 148 Orte und mehr als 9.000 Gastgeber in der Region eingebunden, bei denen die KONUS-Gästekarte erhältlich ist.

Neben der kostenlosen Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs bietet die KONUS-Karte auch zahlreiche andere Vorteile für die Gäste in der Region, da ihre Grundlage die Schwarzwald-Gästekarte ist. So können abhängig vom ausgebenden Ort eine Vielzahl von Sehenswürdigkeiten, Museen und sportlichen Aktivitäten kostenfrei oder zu einem ermäßigten Preis besucht bzw. genutzt werden. Dazu zählen unter anderem Zoos, Skilifte oder Minigolf-Anlagen.

Welche Ziele werden mit der KONUS-Gästekarte verfolgt?

Die KONUS-Gästekarte ist ein Projekt zur nachhaltigen Gestaltung touristischer Verkehre. Mit der kostenlosen Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln soll ein Anreiz für Besuchende der Schwarzwald-Region geschaffen werden, den eigenen Pkw stehen zu lassen und sich mit dem ÖPNV in der Urlaubsregion fortzubewegen. Ziele des Projektes sind unter anderem die Vermeidung von unnötigen Pkw-Fahrten und die Steigerung der ÖPNV-Auslastung. So soll das Verkehrsaufkommen und Emissionen reduziert sowie der öffentliche Nahverkehr in der Region gestärkt werden.

Außerdem wird der Tourismus im Schwarzwald durch den zusätzlichen Anreiz gefördert. Beherbergungsbetriebe und Sehenswürdigkeiten sollen aufgrund des Angebots stärker nachgefragt werden.

Wie erfolgte die konkrete Umsetzung?

Organisiert wird das Projekt von der Schwarzwald Tourismus GmbH (STG) in Freiburg. In Kooperation mit den rund 70 Verkehrsträgern in allen neun Verkehrsverbünden der 12 Land- und vier Stadtkreise sowie DB-Regio konnte dieses flächendeckende Angebot geschaffen werden.

Vertragspartner der KONUS-Vereinbarungen sind die Kommunen und die Verkehrsverbünde. Die STG ist Mittler, Organisator und Finanzverwalter. Sie übernimmt die administrative und werbliche Koordinierung, die Abwicklung der Zwischen- und Endfinanzierung und koordiniert die Verwendung eines einheitlichen KONUS-Fahrausweises.

Zur Finanzierung entrichten die teilnehmenden Gemeinden je kurtaxpflichtiger Übernachtung nach dem Einnahmeausfallprinzip ein pauschaliertes Beförderungsentgelt. Es wird in 5 Jahresschritten angepasst. 2005 waren es bei sechs teilnehmenden Verkehrsverbünden 21 Cent pro Übernachtung, aktuell sind es 42 Cent. Davon verbleiben 1,5 Cent für Handling und Marketing bei der STG.

Die Orte gewährleisten, dass alle Gäste aller Beherbergungsbetriebe die KONUS-Gästekarte erhalten. Ausnahmen sind möglich für Klinik- und Heimpatienten, Wohnmobilisten sowie Übernachtende in Beherbergungsbetrieben, die von der Meldepflicht ausgenommen sind.

Die Verkehrsverbünde stellen sicher, dass die Gästekarte im KONUS-Gebiet von allen Unternehmen ihres Verbundes akzeptiert wird und organisieren die verbundinterne Aufteilung der jährlichen Ausgleichszahlungen.

Die KONUS-Gästekarte ist Teil des Meldescheins, wird gemeinsam mit diesem ausgestellt und erst nach Unterschreiben des Meldescheins ausgehändigt. UV-Farben, Leuchtstreifen und Sicherheitsunterdruck sind als Kopierschutz integriert.

Herausforderungen ergaben sich in der Koordination der inzwischen 148 Orte und neun Verkehrsverbünde sowie die Abstimmung der Verkehre für wachsende Fahrgastzahlen zwischen den zwölf Land- und vier Stadtkreisen der Region und den Verkehrsträgern. Auch die Einbindung der Großstädte Freiburg, Karlsruhe und Pforzheim war eine Herausforderung.

Die Ausgaben für das Projekt können die Gemeinden durch eine Erhöhung der Kurtaxe, durch die Einführung oder Erhöhung einer Fremdenverkehrsabgabe oder durch Einzelverträge zwischen Beherbergungsbetrieben und Gemeinde refinanzieren. Die politischen Weichen dazu mussten jedoch erst durch eine Änderung des Kommunalabgabengesetzes (KAG) in Baden-Württemberg gestellt werden. Das geschah am 17. März 2005.

1997:

Einführung der Schwarzwald-Gästekarte

2002:

Gründung der Schwarzwald Tourismus GmbH (STG) als Dachverband für die Gebietsgemeinschaften südlicher, mittlerer und nördlicher Schwarzwald

2005:

Einführung der KONUS-Gästekarte in sechs Verkehrsverbünden im südlichen und mittleren Schwarzwald und DB-Regio (KONUS I) als zweijähriges Pilotprojekt

2006:

Auflösung der Gebietsgemeinschaften, STG wird zur DMO

2007:

Überleitung in die Projektphase (KONUS II), Neufestsetzung der pauschalierten Finanzausgleichszahlung auf 32 Cent pro Konus-Übernachtung, 77 teilnehmende Orte

2008:

Erweiterung um die restlichen drei Verkehrsverbünde im Norden, 108 Orte

2012:

KONUS III: Neufestsetzung des Finanzausgleichs auf 36 Cent, 137 Orte

2017:

KONUS IV: Neufestsetzung des Finanzausgleichs auf 42 Cent, 146 Orte

2020:

Beteiligung von 148 Orten mit rund 9.000 KONUS-Gastgebern, Vorbereitung von KONUS V.

Schwarzwald Tourismus GmbH: Die KONUS-Gästekarte, Zugriff: https://www.schwarzwald-tourismus.info/, Planen & Buchen [abgerufen am 10.06.2020].
Hochschwarzwald Tourismus GmbH: KONUS Gästekarte, Zugriff: https://www.hochschwarzwald.de/, KONUS Gästekarte [abgerufen am 10.06.2020].
Ferienland im Schwarzwald GmbH: Die KONUS Gästekarte bietet viele Vorteile, Zugriff: https://www.dasferienland.de/, Ferien Zeit, Ferienland Gästekarte [abgerufen am 10.06.2020].
Schwarzwald Tourismus GmbH, 04.04.2011: Projektbeschreibung und Durchführungsbestimmungen für den Zeitraum KONUS III (01.01.2012-231.12.2016). Freiburg.
Nachhaltige Mobilitätskonzepte für Touristen im öffentlichen Verkehr mit Fokus auf Regionen im Bereich von Großschutzgebieten; dwif e.V., Schriftenreihe Nr. 56/2016.
Deutsches Institut für Urbanistik: Klimaschutz & Tourismus – Klimaschutz als Chance für einen nachhaltigen Tourismus in Kommunen, Köln 2018.
Schwarzwald Tourismus GmbH, Geschäftsbericht 2019, Download unter www.schwarzwald-tourismus.info/partnernet/informationen-stg/geschaeftsberichte.