Aufgabenträgerbefragung

Was ist eine Aufgabenträgerbefragung?

Im Rahmen einer Aufgabenträgerbefragung werden verschiedene Aufgabenträger aus dem Bereich ÖPNV und SPNV zu verschiedenen mobilitätsbezogenen Themen befragt. Die Aufgabenträger sind von den Ländern oder Kommunen benannte Behörden oder Organisationen. Sie sind dafür zuständig, den Mobilitätsbedarf der Bürgerinnen und Bürger im Sinne der Daseinsvorsorge sicherzustellen. Zentrales Planungsinstrument ist dabei der Nahverkehrsplan.

Wie funktioniert eine Aufgabenträgerbefragung?

Eine Aufgabenträgerbefragung kann in schriftlicher Form oder durch ein Gespräch erfolgen. Bei einer schriftlichen Befragung ist die Erstellung eines Fragebogens oder eines Leitfadens sinnvoll, wie er bei anderen Befragungen, beispielsweise dem Expertengespräch, genutzt wird. Neben ausgedruckten Fragebögen, die von den Aufgabenträgern auszufüllen sind, kann auf interaktive Online-Fragebögen zurückgegriffen werden. So entfällt der Arbeitsaufwand der Dateneingabe. Dabei können durch den Fragebogen beispielsweise folgende Themen beleuchtet werden:

  • Inhalte und Entwicklung von Nahverkehrsplänen
  • Bestandsaufnahme zu flexiblen und alternativen Bedienungsformen im ÖPNV-Angebot und deren Nutzung
  • Bestellung von Verkehrsleistungen und Ausgestaltung von Vergabeverfahren
  • Tarif- und Finanzierungssysteme

Nach der Erstellung der Fragebögen und der Befragung der Aufgabenträger sind die Rückläufer zu bewerten und auf ihre Validität zu prüfen.

Welches Ziel hat eine Aufgabenträgerbefragung?

Ziel der Aufgabenträgerbefragung ist es, die Sichtweise der Aufgabenträger in die Erstellung eines Mobilitätskonzeptes mit einzubeziehen. Dabei können Herausforderungen und Potenziale erkannt werden, die spezifisch für die Region sind. Die Aufgabenträger haben zumeist ein umfangreiches Fachwissen über die mobilitätsbezogenen Fragestellungen, die vor Ort auftreten. Darauf aufbauend können die Aufgabenträger Handlungsempfehlungen zu zahlreichen Themen geben, beispielsweise bei der Implementierung flexibler ÖPNV-Angebote wie Rufbusse oder Anruf-Sammeltaxis. Da sie verantwortlich sind für die Erstellung der Nahverkehrspläne, ist ihre Einbindung zwingend notwendig, wenn Maßnahmen das ÖPNV- oder SPNV-Angebot vor Ort betreffen.

Die Aufgabenträgerbefragung sollte parallel zu weiteren Datenerhebungsmaßnahmen initiiert werden, da sie häufig die Grundlage für die Konzeptionierung von Mobilitätsstrategien bildet. 

Umsetzungsschwierigkeiten können bei der Aufgabenträgerbefragungen auftreten, wenn der Leitfaden oder die Fragebögen nicht ausreichend in Hinblick auf ihre eindeutige Verständlichkeit überprüft werden. Zudem müssen die Fragen so gestellt sein, dass die Antworten die gewünschten Informationen liefern. Durch die Qualität der Fragestellungen wird somit auch die Qualität und Verwertbarkeit der Ergebnisse beeinflusst.

Niedersächsisches Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung (Hrsg.), 2012: Mobilität in ländlichen Räumen in Niedersachsen – Ergebnisbericht. Köln.