Seniorentaxi

Was ist ein Seniorentaxi? 

Ein Seniorentaxi ist ein Mobilitätsangebot, das speziell für ältere Menschen oder Menschen mit Behinderungen zur Verfügung steht. Es ergänzt das bestehende ÖPNV-Angebot zielgerichtet. In der Regel wird dabei durch die Kommune für bestimmte Taxifahrten der Zielgruppe ein Zuschuss zu den Fahrtkosten gewährt. Dabei handelt es sich entweder um einen anteiligen Zuschuss (z. B. 50 Prozent) oder eine absolute Förderung (z. B. in Form von Gutscheinen). Der Zuschuss kann dabei auf ein bestimmtes Gebiet, eine bestimmte Tageszeit oder auf einen maximalen Betrag beschränkt sein. Im Fokus stehen häufig Fahrten zu Nahversorgungsmöglichkeiten, für (Arzt-)Besuche oder in Zeiten, in denen nur ein eingeschränktes öffentliches Verkehrsangebot besteht. In der Regel werden die Fahrten im Rahmen des regulären Taxibetriebs durchgeführt. 

Die Berechtigung zur Nutzung des Seniorentaxis kann an verschiedenen Kriterien, wie das Alter oder den Besitz eines Schwerbehindertenausweises, geknüpft werden.

Was sind die Vorteile des Seniorentaxis? 

Das Seniorentaxi sichert die Mobilität der Zielgruppe unabhängig vom öffentlichen Verkehrsangebot und der Pkw-Verfügbarkeit. Da es sich beim Seniorentaxi primär um eine tarifliche Maßnahme handelt, die mit dem lokalen Taxigewerbe umgesetzt werden kann, müssen keine zusätzlichen Fahrzeuge oder zusätzliches Fahrpersonal durch die Kommune bzw. den Aufgabenträger bereitgestellt werden. Das Seniorentaxi kann daher vergleichsweise schnell eingeführt werden.

Was ist für eine erfolgreiche Umsetzung zu beachten?

Zunächst sollte das bestehende Mobilitätsangebot vor Ort und dessen Grad an Barrierefreiheit strukturiert im Rahmen einer Bestands- oder Erreichbarkeitsanalyse erfasst werden. Im nächsten Schritt können durch die Beteiligung der relevanten Zielgruppe Lücken im bestehenden Angebot identifiziert werden. Es sollte vermieden werden, dass Parallelangebote zum öffentlichen Verkehr geschaffen werden, die miteinander um Kunden konkurrieren. Anstelle der Einführung eines Seniorentaxis kann beispielsweise auch die Ausweitung der Betriebszeiten eines Anrufsammeltaxis oder eine Haustürbedienung in den Abendstunden geprüft werden. Das Seniorentaxi sollte daher im Rahmen einer übergeordneten Mobilitätsstrategie entwickelt werden. In die Umsetzung sind in der Regel die Kommune, der Aufgabenträger, das Verkehrsunternehmen und das lokale Taxigewerbe einzubeziehen. Darüber hinaus ist die Ansprache lokaler Sponsoren (z. B. Unternehmen), von Bürger- und Seniorenvereinen sowie von umliegenden Kommunen sinnvoll. 

In erster Linie handelt es sich beim Seniorentaxi um eine teilweise oder vollständige Subventionierung bestimmter Taxifahrten. Für eine Finanzierung müssen in der Regel Ressourcen aus dem Haushalt der Kommune oder des Landkreises zur Verfügung gestellt werden. Eine breite politische Unterstützung des Seniorentaxis ist daher von hoher Bedeutung.

Bei Zuschussmodellen können die entstehenden Aufwendungen im Vorfeld nur bedingt abgeschätzt werden. Je intensiver das Seniorentaxi genutzt wird, desto höher ist der Finanzierungsbedarf. Entsprechende Modelle sind zudem häufig mit einem hohen administrativen Aufwand verbunden, da ein Abrechnungssystem eingerichtet werden muss, durch das jede Rechnung einzeln erfasst und anteilig subventioniert wird. Wird das Seniorentaxi nicht in das bestehende Mobilitätsangebot integriert, können sich unerwünschte Verlagerungseffekte ergeben, beispielsweise vom Anrufsammeltaxi auf das flexiblere Seniorentaxi.

Demografie-Portal des Bundes und der Länder, 02.06.2020: Fifty-Fifty-Taxi und Seniorentaxi. Zugriff: https://www.demografie-portal.de/, Handeln, Gute Praxis in Deutschland, Fifty-Fifty-Taxi und Seniorentaxi.